Kaufberatung zu Langstrecke

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    • Kaufberatung zu Langstrecke

      Hallo liebe Experten,

      da bei mir im kommenden Jahr der Kauf eines neuen Autos ansteht und ich recht unentschlossen bin wollte ich mal euren Rat einholen. Hierzu erstmal die Rahmenbedingungen:

      Ich fahre im Jahr ca. 30000 km. Diese ganz überwiegend auf der Autobahn. Pendelstrecke zur Arbeit 100 km (one way). Familienbesuche 350 km. Wochenendausflüge < 50 km. Kurzstrecken eher selten.
      Bisher habe ich einen Leon Diesel, den ich bei entsprechender Fahrweise bei diesem Profil mit ca. 4 Liter/100 km fahren kann und der ca. 300 € Wartungskosten pro 30000 km verursacht hat.

      Bei der Neuanschaffung steht jetzt zur Auswahl wieder einen Diesel (wirtschaftlich vermutlich das vernünftigste, aber....) oder in Richtung Hybrid/Elektro (hier ist für mich der Ioniq fast alternativlos. Vielleicht mal die Gedanken die ich mir zu den einzelnen Varianten gemacht habe:

      Diesel:

      pros:
      Anschaffungskosten ähnlich Hybrid
      Wartungskosten geringer als bei Ioniq
      Spritverbrauch geringer (und eben 15 cent billiger als Benzin)

      cons:
      aufgrund meiner Umwelteinstellung schwanke ich zwischen dem geringeren Verbrauch des Diesels und dem Einstieg in die E-Mobilität
      Falls auch Euro 6d Temp Fahrverbote kommen ist das Auto unbenutzbar für meinen Einsatzzweck und nahezu unverkäuflich
      (irgendwie ist E-Mobilität spannender)


      Elektro:

      Fällt aufgrund des oben genannten Nutzungsprofils auf den eher langen Strecken vermutlich aus, da ich sichere 400 km bräuchte um eine für meine Belange voll einsetzbares Auto zu haben.


      Hybrid:

      pros:
      Anschaffungskosten ähnlich Diesel
      Spritverbrauch etwas höher aber ähnlicher Bereich wie Diesel (eben 15 cent teurer als Diesel)
      (irgendwie spannend mal was anderes zu fahren)

      cons:
      Wartungskosten höher als Diesel (nach meinen Recherchen hier im Forum ca. 700€ pro 30000 km)


      Plug-In Hybrid:

      Hier habe ich keine wirkliche Vorstellung ob dies bei meinem Profil Vorteile gegenüber dem Hybrid bieten würde. Laden könnte ich Vermutlich zuhause (Haushaltssteckdose in der Garage, Auto würde vor der Garage parken). Bei der Arbeit eher schwierig (es gibt eine Elektroladesäule, soweit ich es Verstanden habe ist diese aber für den Hybrid nicht wirklich geeignet). Bei allen anderen Fahrten gäbe es keine Lademöglichkeiten. Wenn ich das richtig verstehe würde also nur ein recht kleiner Anteil an Fahrten (jeweils die ersten 50 km zur Arbeit) rein elektrisch stattfinden.


      Fazit:
      Rein rational / wirtschaftlich ist wohl der Diesel immernoch die beste Alternative. Emotional hätte ich lieber einen Ioniq.


      Ich würde mich freuen wenn der eine oder andere mit Erfahrung in dem Bereich sich dazu äußern könnte wie sich ein Hybrid bei diesem Nutzungsprofil schlagen würde. Vielen Dank schonmal an jeden der sich die Mühe macht seine Meinung/Erfahrung zu teilen.

      Grüße Sascha

      ""
    • Hallo Sascha,

      erstmal Glückwunsch zu Deinem Verbrauch von 4l/100km im Seat Diesel, Spritmonitor nennt für den kleineren einen Durchschnitt von 5,7.
      Da stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass Du einen Ioniq Hybrid auch mal unter 4 Liter bekommst...

      Diesel:
      Wo das mit den Dieselfahrverboten hingeht, kann wohl niemand sicher sagen, aber das Risiko muss jeder für sich individuell abschätzen. Ich Teile Deine Einschätzung: konkret wird es auch für 6dtemp-Käufer beim Wiederverkauf in ein paar Jahren schwierig oder zumindest unbefriedigend. Wie lange Du so einen Diesel noch auf Deinen Strecken fahren kannst, musst Du auswürfeln.
      Kostenvorteil beim Tanken: Bedenke, dass Du 200€ (?) Steuern sparst im Jahr, dafür kannst Du locker 1200 Liter Super statt Diesel tanken (solange die Dieselbesteuerung so bleibt...)

      Elektro:
      Gestatte eine leicht provokante Nachfrage: Du fährst Strecken, enlang derer auf 400km keine einzige Lademöglichkeit besteht?
      Oder willst Du einfach keine Ladepausen einlegen? Einen Punkt weiter schreibst Du, dass Du daheim vor der Garage laden kannst: einen durchschnittlichen Tagesablauf vorausgesetzt kannst Du nachst laden und frühs mit vollem Akku losfahren. Bis zur Arbeit kommst Du auch im Winter locker, und wenn Du diese Elektroladesäule während/nach der Arbeit benutzen kannst, kommst Du auch wieder sicher zurück.
      (Beispiel: 150km Reichweite, zur Arbeit 100km, dort 50km nachladen (dauert bei 50kW keine Viertelstunde) und daheim erst wieder vollladen)
      Für die weiteren Strecken geht es mit dem Ioniq nicht ohne Ladepausen. Hast Du schonmal bei goingelectric auf die Ladepunkte-Karte geschaut? Such einfach mal Deine Standard-Strecken ab, wie und wo da Laden möglich ist.

      Hybrid/Plug-In:
      So wie Du es schilderst, würdest Du einen Plug-In wohl zu häufig wie einen reinen Hybrid fahren, der Mehrpreis sich also deutlich später amortisieren. Und er lädt halt langsam, das macht auswärts Laden bisweilen schon unpraktikabel.


      Mein Fazit: Mit HEV hast Du gute Chancen, genauso teuer zu fahren wie mit dem Diesel. Für einen reinen Elektro hast Du eigentlich schonmal gute Startbedingungen mit Daheimladen und Pendelstrecken bis 100km.

      Probefahrt?

      ioniq style hev platinum silver seit 17.08.2017 :thumbsup:

    • Hallo und Danke für die schnelle und ausführliche Antwort.

      bh sveltoe schrieb:

      erstmal Glückwunsch zu Deinem Verbrauch von 4l/100km im Seat Diesel, Spritmonitor nennt für den kleineren einen Durchschnitt von 5,7.
      Da stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass Du einen Ioniq Hybrid auch mal unter 4 Liter bekommst...
      Leon mit kleinem Diesel in der Ecomotive Version geht bei dem entsprechenden Streckenprofil und Fahrweise auf jeden Fall mit 4 Litern. Allerdings muss man auch sagen, dass ich Spaß daran habe so zu fahren, dass der Verbrauch möglichst niedrig ist. Andere haben Spaß am schnellen fahren, ich mache mir gerne eine Sport daraus mit niedrigem Verbrauch zu fahren. So hat jeder seine Interessen :)


      bh sveltoe schrieb:

      Elektro:
      Gestatte eine leicht provokante Nachfrage: Du fährst Strecken, enlang derer auf 400km keine einzige Lademöglichkeit besteht?
      Oder willst Du einfach keine Ladepausen einlegen? Einen Punkt weiter schreibst Du, dass Du daheim vor der Garage laden kannst: einen durchschnittlichen Tagesablauf vorausgesetzt kannst Du nachst laden und frühs mit vollem Akku losfahren. Bis zur Arbeit kommst Du auch im Winter locker, und wenn Du diese Elektroladesäule während/nach der Arbeit benutzen kannst, kommst Du auch wieder sicher zurück.
      (Beispiel: 150km Reichweite, zur Arbeit 100km, dort 50km nachladen (dauert bei 50kW keine Viertelstunde) und daheim erst wieder vollladen)
      Für die weiteren Strecken geht es mit dem Ioniq nicht ohne Ladepausen. Hast Du schonmal bei goingelectric auf die Ladepunkte-Karte geschaut? Such einfach mal Deine Standard-Strecken ab, wie und wo da Laden möglich ist.
      Darüber hatte ich auch schon nachgedacht. Allerdings gibt es für mich verschiedene Gründe die dagegen sprechen:
      Zuhause laden könnte ich im Moment über eine normale Haushaltssteckdose. Alles weitere wäre mit Investitionen Verbunden, die ich eigentlich nicht tätigen will, da in den nächsten ein bis zwei Jahren ein Umzug geplant ist. Ein anderer wesentlicher Grund sind tatsächlich die Ladepausen bei verschiedenen Anwendungen. Z.B. einmal im Monat abholen der Tochter bei den Großeltern Abends nach der Arbeit (ca. 300 km). Das ist so ein Fall bei dem man echt keinen Nerv für zusätzliche Ladepausen hat. Daher habe ich für den Moment ein rein elektrisches Auto irgendwie eher ausgeschlossen, obwohl ich es im Prinzip spannend fände.


      bh sveltoe schrieb:

      Hybrid/Plug-In:
      So wie Du es schilderst, würdest Du einen Plug-In wohl zu häufig wie einen reinen Hybrid fahren, der Mehrpreis sich also deutlich später amortisieren. Und er lädt halt langsam, das macht auswärts Laden bisweilen schon unpraktikabel.
      Vermutlich ist das leider so. Wobei es mir schwer fällt hier Kosten/Nutzen Vergleiche anzustellen. Geschätzt 70% der Fahrten wären zum Arbeitsplatz. Das würde heißen zu Hause über Nacht an der normalen Steckdose laden und dann 50 km elektrisch / 50 km Benzin zur Arbeit. Bei der Arbeit gibt es eine (allerdings gut frequentierte) Ladestation mit Typ 2 und Schucko Stecker (also auch auf dem Heimweg 50/50 elektrisch/Benzin). Bei den restlichen 30% der fahrten ist es schwer einzuschätzen für mich.
      Ob das jetzt ein Einsatzspektrum ist, bei dem sich der Mehrpreis einen PlugIn lohnen würde kann ich schwer einschätzen. Hinzu kommt ja dass der PlugIn erstmal garnicht bestellbar ist und vermutlich erst zum Beginn des Sommers überhaupt wieder bestellt werden kann (wobei ich auch warten könnte wenn ich den Merhwert sehe).


      bh sveltoe schrieb:

      Probefahrt?
      Habe ich geplant für das neue Jahr. Mal sehen was dann zum Probefahren verfügbar sein wird.

      Vielen Dank schonmal soweit
    • Im GE Forum beweisen einige, dass man auch Langstrecke mit einem reinen Elektro durchaus meistern kann. Es erfordert aber schon eine gewisse Hingabe und Bereitschaft. Ich kann jeden verstehen, der überwiegend Langstrecke fährt und nicht ständig Ladepausen machen will. Die Pendelstrecke zur Arbeit könntest du bewältigen wenn sicher ist, dass du dort nachladen kannst. Bei 300-400 km wären wahrscheinlich 2 Ladepausen Minimum, je nach dem, ob am Ziel wieder eine Lademöglichkeit vorhanden ist.
      Ich wüsste es an deiner Stelle auch nicht... würde aber eher nicht zum Elektro tendieren.

      Zuhause laden können ist immer ein Vorteil für den Plugin gegenüber dem Hybrid. Ich bin der Ansicht, dass ein Plugin nur dann Sinn macht, wenn man zu Hause laden kann. An den öffentlichen dauert es zu lange und es kostet zu viel, zumindest wenn nach Zeit abgerechnet wird. Wie @bh sveltoe (Mist, ist mir doch tatsächlich dein Name entfallen :D ) schon erkannt hat, wäre das Auto bei dir überwiegend im HEV-Betrieb. Ersparnis hättest du maximal bei Einkaufsfahrten und den Wochenendausflügen, die evtl. komplett elektrisch gehen.

      Mein Fazit daher auch: Hybrid.

      - IONIQ Hybrid - | - Style - | - aurora silver -

    • Hallo und danke an alle die sich an der Diskussion beteiligen.

      komp schrieb:

      Zuhause laden können ist immer ein Vorteil für den Plugin gegenüber dem Hybrid. Ich bin der Ansicht, dass ein Plugin nur dann Sinn macht, wenn man zu Hause laden kann. An den öffentlichen dauert es zu lange und es kostet zu viel, zumindest wenn nach Zeit abgerechnet wird. Wie @bh sveltoe (Mist, ist mir doch tatsächlich dein Name entfallen ) schon erkannt hat, wäre das Auto bei dir überwiegend im HEV-Betrieb. Ersparnis hättest du maximal bei Einkaufsfahrten und den Wochenendausflügen, die evtl. komplett elektrisch gehen.

      Naja ganz so ist es nicht. Ich habe aber keine Ahnung ab welchem elektrischen Anteil ein PlugIn wirklich sinn Macht. Siehe hierzu mein oben geschriebenes:

      Sascha schrieb:

      Geschätzt 70% der Fahrten wären zum Arbeitsplatz. Das würde heißen zu Hause über Nacht an der normalen Steckdose laden und dann 50 km elektrisch / 50 km Benzin zur Arbeit. Bei der Arbeit gibt es eine (allerdings gut frequentierte) Ladestation mit Typ 2 und Schucko Stecker (also auch auf dem Heimweg 50/50 elektrisch/Benzin). Bei den restlichen 30% der Fahrten ist es schwer einzuschätzen für mich.
      Ob das jetzt ein Einsatzspektrum ist, bei dem sich der Mehrpreis einen PlugIn lohnen würde kann ich schwer einschätzen. Hinzu kommt ja dass der PlugIn erstmal garnicht bestellbar ist und vermutlich erst zum Beginn des Sommers überhaupt wieder bestellt werden kann (wobei ich auch warten könnte wenn ich den Merhwert sehe).
      Von daher könnte es ganz grob geschätzt sein, dass der elektrische Anteil so bei 40-50% liegen könnte. Hat jemand eine Idee ob das schon Sinn machen würde?

      Nochmal Danke an alle!
    • Dann möchte ich auch noch einmal meinen Senf dazugeben.

      Ich habe mich ja letztlich auch für den PlugIn entschieden, daher möchte ich an der Stelle auch eine Lanze für ihn brechen. Für mich war das der einzige Weg, eine relevante Reichweite elektrisch fahren zu können bei maximaler Flexibilität und Spontanität bei langen Strecken.

      Wenn Du jeweils die Hälfte Deine Wegstrecken zur Arbeit elektrisch fahren kannst, wäre das in meinem Augen schon interessant.

      Wenn man es rein finanziell rechnet, wird in vielen Fällen ein Diesel gegen jede Version des Ioniq gewinnen. Spannend wird es im Dienstwagenbereich durch die Halbierung der Versteuerung bei PlugIn und Elektro ab 2019. Kleine Goodies: In meiner Heimatstadt parken Fahrzeuge mit E-Nummernschild, also ebenfalls PlugIn und Elektro, 4 Stunden gratis (ansonsten 1.40€ pro Stunde).

      Ich wollte aber einfach auch einen deutlichen Schritt in Richtung E-Mobilität machen. Und die Probefahrt im PlugIn (40 km fast rein elektrisch bis auf "provozierte" Brennereinsätze) haben mich dann überzeugt.

      Ioniqs bekommt man aktuell noch, aber das Angebot verknappt sich in der Tat, bis dann neue Bestellungen für das MJ 2020 angenommen werden, s. z. B. Weihnachtsprospekt Ruhrgebietsautohauskette

      Ioniq PlugIn Style MJ 2019 seit Januar 2019

    • Ich stehe gerade an einem ähnlichen Punkt wie du und habe mir auch die gleichen Fragen gestellt.
      Ich habe schlussendlich für jede fahrzeugvariante alles durchgerechnet und bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass sich der Plug in für mich nicht rechnet.
      Du hättest im Gegensatz zu mir jedoch den Vorteil zuhause laden zu können.
      Ich habe vor der Tür eine öffentliche Säule, die aber für den Plug in zu teuer wäre, weil ich dort eine pauschale pro Ladevorgang zahle.
      Könnte ich zuhause laden, dann wäre es bestimmt ein Plug-in geworden.

      Ich fahre aktuell einen Diesel, wo ich auch im nächsten Jahr definitiv schon von Fahrverboten betroffen sein werde und ein neuer Diesel kommt für mich nicht in frage. Das Risiko gehe ich nicht ein.

      Aktuell tendiere ich ganz stark zum reinen Electro und das obwohl ich beruflich auch schonmal 350km fahren muss.
      Warum?
      Der Gedanke dahinter ist auch ein emotionaler, idealistischer. Ich möchte gern meinen ökologischen Fingerabdruck verkleinern und sehe einen Electro als Investition in die Zukunft.
      Ja, ich muss dann unterwegs Pausen machen, aber ist unser Alltag nicht eh schon stressig genug, so dass es vielleicht gar nicht verkehrt ist, etwas entschleunigt zu werden? Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich nach einem 9-Stunden Tag keine 3 Stunden mehr am Stück durchfahren sollte (was ich durchaus bisher immer getan habe. Im Hotel bin ich bisher nur bei Strecken über 300km geblieben.

      Meine Tendenz geht also ganz klar zum Electro, auch wenn mein Papa (kfz-Meister) gerad versucht hat mir das auszureden.
      Das einzige, über das ich nachdenke ist zu warten bis der Bestellstop vorbei ist, da der Verkäufer sagte, dass es dann wohl schon den neuen zu bestellen gäbe, der dann eine noch etwas größere Reichweite hätte.
      ABER eigentlich brauche ich das Auto spätestens im September, ab dann gilt hier das Fahrverbot und dann kann ich meinen Diesel nur noch verschrotten lassen. Dafür krieg ich jetzt schon nix mehr :/

      Soweit meine Überlegungen zu dem Thema, sorry für den Roman.

    • Nochmal ein Danke an alle die sich hier beteiligen.

      bh sveltoe schrieb:

      Gestatte eine leicht provokante Nachfrage: Du fährst Strecken, enlang derer auf 400km keine einzige Lademöglichkeit besteht?
      Oder willst Du einfach keine Ladepausen einlegen? Einen Punkt weiter schreibst Du, dass Du daheim vor der Garage laden kannst: einen durchschnittlichen Tagesablauf vorausgesetzt kannst Du nachst laden und frühs mit vollem Akku losfahren. Bis zur Arbeit kommst Du auch im Winter locker, und wenn Du diese Elektroladesäule während/nach der Arbeit benutzen kannst, kommst Du auch wieder sicher zurück.
      (Beispiel: 150km Reichweite, zur Arbeit 100km, dort 50km nachladen (dauert bei 50kW keine Viertelstunde) und daheim erst wieder vollladen)
      Für die weiteren Strecken geht es mit dem Ioniq nicht ohne Ladepausen. Hast Du schonmal bei goingelectric auf die Ladepunkte-Karte geschaut? Such einfach mal Deine Standard-Strecken ab, wie und wo da Laden möglich ist.
      Die Antworten in Richtung reinem Elektroauto haben mich nun doch veranlasst über diese Möglichkeit noch etwas Nachzudenken. Wenn man ehrlich ist hat das weder mit Wirtschaftlichkeit noch Nutzen zu tun, sondern befriedigt eher den technischen Spieltrieb, der jedoch bei mir leicht zu entfachen ist. Meine Hauptbedenken waren immer Reichweite und Langlebigkeit der Batterien. Batterien sind ja durch die Garantie im Falle des Ioniq ganz gut abgedeckt. Range anxiety muss ich noch bekämpfen.

      Was ich als Vorteile bei der reinen Elektrovariante sehen würde, die den erheblichen Aufpreis zum Hybrid wieder etwas relativieren könnten:
      • Kostenlose Ladesäule direkt am Arbeitsplatz, zumindest aktuell ist sie kostenlos (Einsparungspotential kann ich schwer berechnen)
      • Keine Wartung des Verbrenners, was bei den sündhaft teuren Inspektionskosten von Hyundai durchaus einen Unterschied macht (Einpsarung gegenüber Hybrid ca. 500€/Jahr)
      • Steuer (Einsparungspotential gegenüber Diesel ca. 200 €/Jahr)




      Jetzt würde ich gerne noch ein paar Fragen nachlegen an die, die Elektroerfahrung haben:
      • Hand aufs Herz, welche Reichweite hat er wirklich? Damit meine ich eher Worst case im Winter als optimale Bedingungen. Gibt es schon Leute mit Erfahrungen wie sich die Batterien nach sagen wir 100000 km verhalten werden?
      • Kann ich ihn zuhause an der normalen Haushaltssteckdose laden wie das beim PlugIn möglich ist? Wenn ja, wie lange lädt er dann (wäre ja eher so, dass er da über Nacht dran hängen würde). Die Gründe warum ich hier keine größeren Investitionen machen will habe ich ja schon genannt.
      • Die Ladesäule am Arbeitsplatz hat einen Typ 2 (11 kW) Stecker. Soweit ich informiert bin, lädt der Ioniq hier auch recht langsam. Was für eine Ladezeit wäre hier zu veranschlagen.
      • Generell habe ich den Eindruck, dass vor allem Typ 2 (22 kW) an den öffentlichen Ladesäulen verbreitet sind. Ich habe keine Vorstellung wie lange die Ladepausen hier ausfallen würden.
      • Ich habe gelesen, dass man die Batterien nach Möglichkeit nie ganz voll oder ganz leer machen sollte. Mein Profil bedingt nun aber, dass ich die Reichweite des öfteren ausnutzen müsste. Stellt das ein größeres Problem dar?



      Vielen Dank an alle
    • Hallo Sascha,

      ich hatte im Mai eine ähnliche Entscheidung zu treffen, nämlich welchen IONIQ ich wähle. Der Fahrzeugwechsel war nicht direkt geplant, es war mehr ein Spontankauf nachdem ich im Fernsehen die Werbung für den IONIQ gesehen hatte und er mich sofort angesprochen hat. Dennoch habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, ob es ein Hybrid oder ein Plug-In werden sollte. Einen Eletric habe ich aus verschiedenen Gründen von vornherein ausgeschlossen. Mein Ziel war mit dem IONIQ viel mehr die Einsparung von Kraftstoffkosten und nicht irgendwelche Umweltgedanken.

      Ich fahre 25.000 km im Jahr. Täglich rund 50 km zur Arbeit und 50 km zurück, an bis zu sechs Tagen pro Woche. Dazwischen möchte ich aber auch sponate Ausflüge machen und mit dem Auto in den Urlaub fahren können. Pausen für (lange) Ladezeiten kommen für mich nicht in Frage, das hat für mich nichts mit Entschleunigung zu tun, sondern mit Zwangspausen an Orten an denen ich nicht pausieren möchte. Eine Lademöglichkeit Zuhause besteht theoretisch, an der Arbeit jedoch nicht. Da ich auf dem Land lebe, gibt es hier auch nirgends eine öffentliche Lademöglichkeit, zumindest keine die ohne große Umstände nutzbar wäre (ich hab keine Lust nach einer 12-Stunden-Schicht noch längere Strecken nach Hause laufen zu müssen, nur damit mein Auto am Strom hängen kann).

      Ein vollelektrisches Fahrzeug kam also für mich nicht in Frage. Auch teile ich die weitläufige Meinung, die Elektromobilität wäre das Allheilmittel für alle vermeintlichen Umweltprobleme, nicht. Ich denke da an die Produktion der Batterien (Rohstoffe, Herstellung) und deren spätere Entsorgung, aber auch das der Strom ja auch irgendwo her kommen muss. Zumindest in absehbarer Zeit sehe ich da keine realen Möglichkeiten, das alles nur noch mit Wind-, Wasser- und Sonnenkraft erzeugt werden kann. Außerdem unterliegt auch diese Energieart dem System von Angebot und Nachfrage - je mehr Strom (für E-Autos) nachgefragt wird, desto teuerer wird der Preis dafür. Ich halte es für unkalkulierbar, diese Entwicklung verlässlich abschätzen zu können. Den Ölpreis halte ich für eher kalkulierbar. Zumal die ersten Stromkonzerne dieses Jahr schon ankündigten, den Strompreis wieder zu erhöhen (Quelle: WELT).

      Also musste ich herausfinden ob es der Hybrid oder der Plug-In werden sollte. Ich habe leider die genauen Zahlen nicht mehr vorliegen, aber ich habe den Mehrpreis des Plug-In der zu erwartenden Verbrauchsminderung in Liter/100 km gegenübergestellt. Dazu kam dann aber noch der Preis für den Strom, der natürlich auch bezahlt werden muss. Ich hätte maximal eine Fahrt zur Arbeit rein elektrisch fahren können, die Heimfahrt hätte grundsätzlich im Benzinmodus erfolgen müssen. Den Spritpreis rechne ich grundsätzlich höher als er momentan ist (1,60 Euro/Liter) um zur sicheren Seite zu kalkulieren und es nicht mit der denkbar günstigsten Möglichkeit schön zu rechnen. Beim Strom habe ich es ähnlich gemacht.
      Mein Ergebnis war eindeutig. Die Mehrkosten für einen Plug-In hätte ich bei meinem Profil, den hochgerechneten Kosten (zur sicheren Seite) und der gewünschten Flexibilität voraussichtlich erst nach rund acht Jahren wieder drin gehabt.

      Man muss bei sowas ja immer bedenken, das nichts billiger wird. Hätte ich mit den aktuellen Strom- und Spritpreisen, ohne eine Veränderung zu berücksichtigen, kalkuliert, wäre ein anderes Ergebnis herausgekommen. Aber ich bin ein sehr vorsichtiger und vorausschauender Mensch. Ich gehe gerne mal ein Risiko ein, aber bei einer Investition für die ich netto mehr als ein Jahre arbeiten muss, ist mir das zu riskant. Auch wenn es "nur" fünf Jahre gewesen wären, wäre mir das zu lange gewesen. Wer weiß was in 5 Jahren ist?
      Die Geschichte mit dem Diesel zeigt ja, wie sehr man sich auf die Versprechungen der Politik verlassen kann. Jahrzehnte lang hat man uns den Diesel als das Umweltprodukt schlechthin verkauft. Und jetzt? Selbst in jüngster Zeit wurde uns versprochen, Euro 6-Diesel werden von den Fahrverboten nicht betroffen sein. Aber vor kurzem hat das Gericht der Europäischen Union geurteilt, das Euro 6-Diesel doch in Fahrverbote einbezogen werden dürfen (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Nun verkauft man uns die Elektromobilität als alternativlos. Nur wie lange gilt das? Auch mein Misstrauen gegenüber den Beteuerungen unserer Eliten hat die klare Entscheidung für den Hybrid beeinflusst.

      Mein Fuhrpark:
      Privat: Hyundai IONIQ Hybrid Premium (MY 2018) in Marina Blue Metallic
      Beruflich: Bombardier TRAXX, Bombardier Talent, Stadler FLIRT³
    • Ich habe leider sehr begrenzte eigene Erfahrungen mit dem Ioniq Electric, ich hatte ihn mal kurz als Ersatzwagen, aber für 'auf allen Knöpfen spielen' und Laden beim Kaufland hatte es gereicht.

      Sommerreichweite beim Vorführer mit 98% Akku: 160 km > Ich unterstelle aber, dass der mehr getreten wird als privat genutzte E-Autos. Was ich so mitbekommen habe sprechen die meisten BEV-Ioniqer von 15 kWh/100km im Jahresmittel, Winter 17 bis 18, womit Du 150km als Reichweite unter schlechten Bedingungen annehmen kannst.

      Zuhause Laden geht auch mit dem Ladeziegel, dauert für komplette Akkuladung halt länger (Pi*Daumen 28 kWh/2 kW=14 h), schau mal hier, da ist das etwas ausführlicher ausgebreitet.

      Typ2-Laden mit 6,6 kW, heißt Akku leer auf voll in viereinhalb Stunden

      Welche Ladestecker wo verbreitet sind kann man wie schon geschrieben auf bei goingelectric auf der Karte nachschauen. Bei der ganzen Thematik hilft aber folgender Gedanke: Man muss nicht immer volladen, wenn man den nächsten Ladepunkt (z.B. daheim) auch mit weniger Akkustand erreicht.

      Bislang ist hat sich das Schreckensszenario der Batteriedegradation anscheinend noch nicht so richtig flächendeckend eingestellt.
      Generell gilt wohl immer noch, dass kleinere Ladeströme und Ladung im mittleren Bereich halten die Batterie am meisten schonen. Ich habe schon mehrfach gelesen, dass E-Autos nur dann vollgeladen werden, wenn man direkt danach den Strom auch wieder verfährt, das wird oft als unproblematisch beschrieben. Ist ja auch was anderes als einen Akku mit 100% Ladung in der prallen Sonne zu parken ...
      Wie weit würdest Du denn die Akkugarantie beim Ioniq ausreizen? schaffst Du 200tsd km in 8 Jahren? Und würdest Du den Ioniq dann noch länger behalten?

      ioniq style hev platinum silver seit 17.08.2017 :thumbsup: