Welcher IONIQ passt zu mir?

  • Hallo zusammen,


    ich stehe aktuell vor der Frage, ob ich meinen 4 Jahre alten AURIS II FL HSD Touring Sports Executive bald durch einen Nachfolger ersetzen soll. Ich bin mit dem Auto grundsätzlich zufrieden. Allerdings nervt(e) mich bis vor kurzem das ständige Piepsen beim Rückwärtsfahren (konnte ich endlich selbst beheben) und die Pflicht nach jedem Reifenwechsel in die Werkstatt zu müssen, weil das Auto nur Speicherplätze für 4 RDKS-Sensoren hat. Hinzu kommt, dass ich trotz sparsamer Fahrweise ganzjährig nicht annähernd an Verbräuche komme, die dem Werbeversprechen gerecht werden würden. Konkret liegt mein Verbrauch über 51.500 km derzeit bei 5,81l im Durchschnitt.
    Mein täglicher Weg zum Büro und wieder nach Hause beträgt 2 * 17 km, führt über verschiedene Landstraßen und Ortschaften und hat ein Höhenverlaufsprofil von 350 m -> 430 m -> 280 m -> 330 m -> 280 m -> 320 m -> 270 m. Auf dieser Strecke habe ich in in die eine Richtung einen EV-Anteil von 65% und in die andere Richtung von 47% (jeweils in Bewegung gerechnet). Grundsätzlich also gar nicht mal so schlecht. Trotzdem aber mit einem recht hohen Verbrauch wie ich finde.


    Nun habe ich mir den IONIQ als Hybrid und Plug-In-Hybrid (jeweils Premium-Variante) angesehen und für grundsätzlich geeignet befunden. Mich interessiert nun, welches der beiden Modelle eher zu diesem Profil passen könnte. Ich befürchte beispielsweise beim Plug-In-Hybriden, dass ich die Funktion des reinen elektrischen Fahrens aufgrund der Steigungen sowieso nicht nutzen könnte, obwohl es von der Entfernung her funktionieren müsste. Somit würden sich meiner Überlegung nach die Mehrkosten des Plug-In-Hybriden innerhalb von 4-5 Jahren nicht amortisieren. Ich leite das übrigens davon ab, dass die Elektromotoren beider IONIQ-Varianten verglichen zum AURIS mit seinem 82 PS Elektromotor schwächer ausgelegt sind. Oder muss ich mir da in der Praxis keine Sorgen machen?


    Zudem stellt sich mir die Frage, ob der Plug-In-Hybrid durch sein höheres Gewicht nicht vielleicht sowieso einen (leicht) höheren (Benzin-)Verbrauch haben könnte und somit für mich noch unwirtschaftlicher werden könnte.


    Vielen Dank vorab für Eure Tipps und Erfahrungswerte


    Bernhard


  • Mein täglicher Weg zum Büro und wieder nach Hause beträgt 2 * 17 km, führt über verschiedene Landstraßen und Ortschaften und hat ein Höhenverlaufsprofil von 350 m -> 430 m -> 280 m -> 330 m -> 280 m -> 320 m -> 270 m.

    Wenn Du diese Höhenmeter mit einem Plug In machen wills, und das auch noch auf der Landstraße, wirst Du nicht glücklich werden. Die 2 mal 17 KM wirst Du mit einer Batterieladung schaffen, aber 100 km/h fahren wird schwer. Der Elektromotor hat eine Leistung von 61 PS und schafft die Steigungen auch ohne Benzinmotor, aber halt nur sehr langsam. Ich habe ca. 10% Steigung und komme auf ca. 80 Km/h. Und das dauert etwas. Ein BEV wird das sicher problemlos schaffen.

    Ioniq Plug In 2019 in Phantom Schwarz

    Ioniq BEV 2022 Premium in Phantom Schwarz

    BMW C Evolution Long Range

  • Hallo und vielen Danke für deine hilfreiche Antwort.


    Ich denke die meiste Zeit müsste ich gar nicht zwingend 100 km/h fahren oder erreichen (mache ich jetzt schon nicht, alleine schon weil es meist nicht erlaubt ist). Bei den meisten Steigungen sind 50 km/h oder auch mal 70 km/h erlaubt. Die Steigungen selbst sollten wohl auch im Bereich von 10% sein.
    Der BEV ist vermutlich vom Preis-Leistungs-Verhältnis her nicht passend für mich - auch wenn er mich prinzipiell auch reizen würde. Aber bei 15.000 km pro Jahr stehen ca. 700 € für Strom ca. 1400 € für Benzin gegenüber. Das ist leider über einen Zeitraum von 4-5 Jahren keine Differenz, die die Mehrkosten ausgleichen könnte.


    Der Wechsel auf ein anderes Fahrzeug macht natürlich keinen Sinn, wenn man dabei auf lange Sicht nichts spart oder zumindest anderweitig Vorteile hat. Beides probieren, ist aber wohl leider nicht drin.

  • Moin,


    nur Strom/Sprit gegenüber zu stellen (wobei Du beim Strom großzügig aufgerundet hast) ist etwas zu kurz gedacht.
    Steuer (beim Stromer keine), Versicherung, Durchsichten (beim Stromer wesentlich günstiger) gehören auch noch dazu. ;)
    Bei mir hat der Ioniq BEV einen Fabia ersetzt und kommt mich, über alle Kosten gesehen, nicht teurer als dieser.


    Grüße
    Torsten

  • Moin,


    also meiner Rechnung nach ist der angesetzte Strompreis leider realistisch: 15 kWh / 100 km * 15000 km * 0.3 €/kWh = 675 € (beim Benzin hab ich mit 1,50 € / l gerechnet und 6 l / 100 km angenommen also eigentlich 1350 €).
    Was die Versicherung angeht, gehe ich von gleichen Beiträgen für beide Autos aus, da der Preis für die Elektro-Variante vielleicht pro Euro Listenpreis niedriger ist, aber der Listenpreis selbst höher ist. Die Steuer beträgt 36 € / Jahr. Das sind damit 0,002 € pro km Mehrkosten für den Benziner (bei 15000 km pro Jahr). Gehen wir dann noch davon aus, dass die Inspektionskosten pro Jahr 200 € zu 400 € betragen, dann ergibt sich eine Differenz von 875 € pro Jahr.
    Auf 5 Jahre gerechnet sind das 4375 € virtuelle Kostenersparnis für die elektrisch betriebene Variante.
    Nehmen wir nun an, dass wir die Hybrid-Variante für 28.500 €, die Plug-In-Hybrid-Variante für 32.300 € und die Elektro-Variante für 37.000 € brutto erwerben können (jeweils Premium, ohne Dachfenster in Iron-Gray, Förderungen bereits eingerechnet). Damit liegt ein Preisunterschied von 4400 € zwischen Plug-In und Elektro vor und ein Preisunterschied von 3800 € zwischen Plug-In-Variante und Hybrid-Variante bzw. 8200 € zwischen Hybrid-Variante und Elektro-Variante.
    Ich glaube das rechnet sich leider für mich nicht - selbst wenn ich einen höheren (als 50% des Neupreises) Wiederverkaufswert nach 5 Jahren für die Elektro-Variante ansetzen würde.


    Oder ist in meiner Aufstellung etwas (grob) falsch?


    Danke und viele Grüße aus dem Saarland


    Bernhard

  • Ich denke rein finanziell hast Du wahrscheinlich recht, die 37000 decken sich jedenfalls mit meiner Erfahrung. Allenfalls hast Du die Wartungskosten falsch angesetzt.


    Was du nicht bedacht hast ist der Spaß, rein elektrisch zu fahren. Und der Frust, wenn der Hybrid-Motor kurz vor der heimischen Garage anspringt ;)

  • Da wir Dich und Deine Sichtweise inzwischen etwas kennen gelernt haben, können wir Deine Eingangsfrage:

    Welcher IONIQ passt zu mir?

    besser beantworten.


    Der HEV passt am besten zu Dir!


    Alles andere sollte man nur erwerben, wenn man davon überzeugt ist. Dies trifft keinesfalls bei Dir zu.

    Ioniq BEV Style, Phantom-Black mit Schiebedach EZ 11/18 - 07.19-03.22 :thumbsup:

  • Du willst das Auto nur 5 Jahre fahren?

    Also ich überlege auch was ich nach Ablauf der Herstellergarantie mache.
    Mit dem Risiko dass es schnell sehr teuer werden kann ohne Garantie weiter fahren?
    Eine Garantierverlängerung abschließen?
    Den Wagen abgeben?


    Ich vermute es wird Variante zwei werden, je nachdem was das kostet.

  • Du willst das Auto nur 5 Jahre fahren?

    Ja, das hat vor allem etwas damit zu tun, dass dann die Kosten aufgrund ablaufender Garantien nicht so einfach abschätzbar werden.



    Ich denke rein finanziell hast Du wahrscheinlich recht, die 37000 decken sich jedenfalls mit meiner Erfahrung. Allenfalls hast Du die Wartungskosten falsch angesetzt.


    Was du nicht bedacht hast ist der Spaß, rein elektrisch zu fahren. Und der Frust, wenn der Hybrid-Motor kurz vor der heimischen Garage anspringt ;)

    Den Spaß elektrisch zu fahren kenne ich bereits - ebenso wie diesen Frust, dass der Akku beim Hybrid kurz vorm Ziel leer oder dass man trotz durchschnittlichen 50% elektrischem Fahren mit dem AURIS auf einen Langzeit-Verbrauch von 5,81 l / 100 km kommt.



    Alles andere sollte man nur erwerben, wenn man davon überzeugt ist. Dies trifft keinesfalls bei Dir zu.

    Man kann auch wenn man von etwas absolut überzeugt ist trotzdem den finanziell einfacheren Weg einschlagen. Ich finde das nicht verwerflich. Ich versuche ja auch bei einem Hausbau nicht unbedingt den bestmöglichen Energiestandard zu erreichen, wenn der Preis des Hauses dadurch um mehr als 30% steigt (gegenüber dem zweitbesten Energiestandard) und ein Nutzen damit - wenn überhaupt - erst nach 100 Jahren erreicht werden kann. Letztendlich sind sowohl Geld wie auch die eigene Lebenszeit endlich.


    Meinen ehemaligen Hyundai Santa Fe habe ich damals genau aus dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes gegen einen AURIS getauscht und ich bin traurig, dass ich die mir selbst gesetzten Ziele - nämlich einen Durchschnittsverbrauch von höchstens 5,4 l / 100 km nicht geschafft habe. Aber immerhin konnte ich den Verbrauch von ca. 9,5 l / 100 km (Diesel) mit dem Santa Fe deutlich reduzieren.