Ladelimit sinnvoll oder was stellt ihr dort so ein?

  • Es gibt jetzt schon die Möglichkeit, die Restkapazität zu messen, die wird beim Verkaufspreis berücksichtigt.

  • Du kannst ja dein Fahrzeug so behandeln wie du möchtest, wenn es sein muss auch den Lack mit einem Stahlschwamm schrubben.
    Frag mich halt nur warum man ein Fahrzeug mehr altern lässt wenn es nicht unbedingt nötig ist.


    Und beim IONIQ 5 macht es eben Sinn wenn möglich nicht voll zu entladen und ebenfalls den Akku nicht voll zu laden (10-90 / 20-80) weil das den Akku einfach belastet.
    Wenn man mal die volle Kapazität braucht kann man den ja auch komplett Aufladen und auch entsprechend ans untere Limit fahren.

    Und es ist schon ein Unterschied ob z.B. nach 8 Jahre der Akku noch eine Restkapazität von z.B. 71% hat oder vielleicht noch 88%. Vor allem für einen späteren Verkauf.

  • Darauf zu achten, dass man im Regelfall bis 80% und nur. wenn man wirklich braucht auf 100% zu laden ist nicht gerade Hobbyreif. Hast du bei deinem Verbrenner auch bis zum Rand vollgetankt, wenn der danach bei 30° in der Sonne herumstehen würde?

  • Um mal zu erklären warum man den Akku Schonen und im Fall des IONIQ 5 nicht immer bis 100% laden sollte.

    Der verwendete Li-Ionen Akku (ein Li-Polymer Akku) basiert auf NCM Technologie (Lithium-Nickel-Cobalt-Mangan-Oxid).
    Beim Laden des Akkus steigt die Zellspannung zum Ende des Ladevorgangs (wenn man sich der Kapazitätsgrenze des Akkus nähert) stark an und erreicht ca. ~ 4,2 Volt.
    Bei dieser Spannung liegen innerhalb der Batterie eine stark Oxidative Bedingungen vor. Sprich es besteht das Risiko das Elektrolyt usw. beginnt zu oxidieren. Und das passiert auch schleichend. Dieser Prozess führt dazu das über die Zeit der Akku stück für Stück geschädigt wird, die Kapazität des Akkus nimmt ab.
    Lädt man den Akku nur bis 80% erreicht man diese Spannungsbereiche nicht und schont den Akku.

    Wenn man die volle Kapazität braucht kann man natürlich auch auf 100% vollladen, sollte dann aber möglichst bald losfahren damit die Kapazität des Akkus wieder abnimmt und man somit den Akku nur für eine wirklich kurze Zeit belastet.

    Am schlimmsten ist es einen Akku auf 100% zu laden und dann für Tage stehen zu lassen.

    Für lange Standzeiten empfiehlt es sich den Akku um die 50% Ladestand abzustellen. Hier befindet sich der Akku sozusagen in Balance und wird am wenigsten belastet.



    Fahrzeuge mit LFP (Lithium-Eisen Phosphat) Akku habe das Problem nicht. Dort steigt die Spannung beim Ladevorgang nur leicht an und endet bei ca. 3.3 - 3,6 V.
    Die 4 Volt werden nicht überschritten, das oxidative Potential ist deutlich geringer.
    Daher kann man LFP Akkus bis volle 100% aufladen, ohne Probleme.



    Schnelladen - langsam Laden.

    Beim Ladevorgang werden Lithium Ionen von der Kathode zur Anode (Graphit) verschoben. Diese lagern sich innerhalb der Graphit Struktur ein zu Lithium (Elektron kommt dazu).
    Dabei benötigt das Lithium Ion eine gewisse Zeit sich innerhalb des Graphitschicht einzulagern. Je voller die Graphitschicht wird desto schwieriger wird das.
    Das erklärt auch die Ladekurve, am Anfang recht schneller Anstieg auf max, dann abfallende Kurve und zum Ende hin geringe Ladeleistung.
    Den Li-Ionen muss beim erreichen der max. Kapazität Zeit gegeben werden sich einzulagern.
    Das kann aber dazu führen, gerade wenn man bis maximum schnell lädt, das sich Lithium auf dem Graphit abscheidet (Lithium-Plating). Dieses Lithium steht dann aber später nicht mehr zu Verfügung und verringern die Kapazität.
    Des weiteren könne auch Lithium Nadel (Lithium-Dendrite) an der Stelle entstehen die Richtung Anode wandern. Wenn das passiert dann wird die Zelle irgendwann zerstört (Kurzschluss).

    Also keine Angst vor Schnelladen, die Kurve wird beim Laden reguliert. Wenn aber nicht nötig, lieber mit AC und niedriger Ladeleistung Laden da auch hier der Akku zusätzlich geschont wird.

  • Ich finde es recht stressig, das Ladelimit immer wieder neu einzustellen, je nachdem ob eine Langstrecke oder der normale Alltag. Im falschen Moment passt es dann doch wieder nicht.

    Da zu Hause nur an der Steckdose geladen wird, dürfte das für den Akku recht entspannend sein. Und wenn er dann morgens mal 100% hat, wird ja kurz darauf gleich wieder gefahren.

    Was für einen Akku-Typ hat der Ioniq Electro?

  • Aus eine Datenbank im Inet konnte ich folgendes entnehmen... welcher Hersteller allerdings nicht.


    Batteriekapazität * 40.4 kWh

    Batterietyp Lithium-Ionen

    Anzahl Zellen 176

    Architektur 400 V

    Nutzbare Batteriekapazität 38.3 kWh

    Kathodenmaterial NCM622

    Pack Konfiguration 88s2p

    Nennspannung 325 V

    Hyundai Ioniq Electric Prime 2021 in "Polar White" und mit Schiebedach :thumbsup:

    Einmal editiert, zuletzt von harry1999 ()

  • Du kannst ja dein Fahrzeug so behandeln wie du möchtest, wenn es sein muss auch den Lack mit einem Stahlschwamm schrubben.
    Frag mich halt nur warum man ein Fahrzeug mehr altern lässt wenn es nicht unbedingt nötig ist.


    Und beim IONIQ 5 macht es eben Sinn wenn möglich nicht voll zu entladen und ebenfalls den Akku nicht voll zu laden (10-90 / 20-80) weil das den Akku einfach belastet.
    Wenn man mal die volle Kapazität braucht kann man den ja auch komplett Aufladen und auch entsprechend ans untere Limit fahren.

    Und es ist schon ein Unterschied ob z.B. nach 8 Jahre der Akku noch eine Restkapazität von z.B. 71% hat oder vielleicht noch 88%. Vor allem für einen späteren Verkauf.

    Das ist schon klar.. aber am Ende ist es ein Auto & wird benutzt. Das heißt nicht, dass die sinnlos runter geritten werden.. im Gegenteil.


    Beim Verbrenner habe ich mir da genauso wenig Sorgen drum gemacht....wenn Tank leer, dann wird/wurde wieder voll getankt.

    Damit hatte ich die letzten 500.000km kein Probleme.


    Mit dem Akku sehe ich das ähnlich:

    Der wird voll geladen & ein paar Stunden später wird das Auto sowieso wieder genutzt.

    Wenn er beim Einkaufen geladen wurde & am Ende nur bei 89% steht, ist das auch okay, aber da machen wir uns keine Gedanken drum.

    Es gibt genügend andere Dinge im Leben um die bekümmert werden wollen, warum sich dann noch mehr Aufgaben schaffen....


    Grüße,


    Sebastian

  • Wohl eher nicht. Da nach 80% meist eine Pause kommt, in der kaum etwas in den Akku geht (2...3 Minuten) und ab 90% wird es dann richtig langsam. Damit vertrödelst du unnötig viel Zeit an der Ladesäule, dass du am Ende schneller bist, wenn du nur bis 80% lädst und dann bei Bedarf einen zusätzlichen Stopp einlegst.


    Außerdem blockierst du ggf. die Säule unnötig lange für andere. Bis 90% ist noch sinnvoll, wenn du niemanden blockierst. Habe ich auf der Urlaubsfahrt auch gemacht, weil immer reichlich freie Säulen da waren.

    Man kann natürlich das Laden auch unterbrechen wenn der Kaffee ausgetrunken ist :)
    Warten bis 100% dürfte sich kaum lohnen - da geb ich dir recht

  • Ich habe AC bei mir immer bei 70% und wenn ich mal was vor habe stelle ich ihn per App einfach auf 100%.

    DC habe ich immer auf 100%, da ich dort eh daneben stehe und von Hand abklemme, wenns reicht. :D

    Zudem lade ich Zuhause auch langsamer, dass ich meinen Strom von der PV gut nutze. Ist super, dass das so gut geht!

    Was nun noch fehlt ist endlich mal bidirektionales Laden! :(