Hersteller sammeln Fahrzeugdaten

  • Das machen einige schon seit Ende der 90er. Ursprung ist wohl die Garantiezeit.


    Meine älteste Info handelte von einem Asiaten (Mitsubishi?), bei dem innerhalb von 3 Jahren mehrmals der Turbo defekt war. Anhand der Daten konnten die nachweisen, das der Kübel weder warm- noch kaltgefahren wurde....keine Garantie. Da wurden wohl Motortemp, Motordrehzahl, Gaspedalstellung und Ganganzeige "zu Rate gezogen" (siehe in dem Bericht bei BMW "Fahrstil"). Ich glaube, die Daten wurden für ca.1000km gespeichert und dann überschrieben. Da es nur wenige KB pro Tag sind, reicht ein relativ kleiner Speicher.


    In dem Bericht ging es darum, ob solche Daten überhaupt erhoben werden dürfen. Da die Daten ja das Fahrzeug und nicht den Fahrer überwachen, war das wohl legal


    Würde ich übrigens auch so machen. Mir wäre als Hersteller das Risiko zu hoch....Jungspund kauft Auto mit 5 Jahren Garantie, fährt wie ein Berserker und gibt ihn vor Ablauf der Garantie in Zahlung ;)


    Ich gehe mal davon aus, das ALLE Marken das inzwischen machen....gerade Hyundai, KIA, Mazda und Toyota mit ihren langen Garantiezeiten sichern sich bestimmt ab.

  • Erstmal danke für Deine Rückmeldung MarcoH1973, ich verstehe Deinen Punkt mit den Herstellern und den möglichen Garantiefällen. Das ist auch ein sinnvoller Einsatzzweck von solchen Datenerhebungen.


    In dem Beitrag vom ADAC den ich geteilt habe, spricht in dem Video der Projektleiter Arnulf Thiemel davon, dass die Daten über das Fahrverhalten für Versicherungen interessant sein können und es nicht klar ist wofür manche dieser Daten überhaupt erhoben werden. Im Umkehrschluss heißt das, dass wenn ich öfter mal scharf bremse oder sehr zügig beschleunige mein Versicherungsbeitrag höher ist als der von einem gemäßigten Fahrer. DIe Daten der Autos können somit von den Herstellern der Autos an Dritte weitergegeben bzw. verkauft werden um daraus ein "massgeschneidertes" neues Produkt der Versicherung oder anderen Dritten für den Halter/Fahrer des Autos zu schneidern. Falls ich das nicht möchte, sollte ich doch irgendwo im/am/um das Auto herum dem Ganzen widersprechen können.

    Wie lange werden solche Daten bei den Herstellern gespeichert?

    Wo kann ich einsehen, welche Daten über das Auto gespeichert sind?

    Das könnte doch auch interessant sein beim Gebrauchtwagenkauf! Ich habe meinen Ioniq Electric gebraucht gekauft und hätte gerne die Fahrhistorie des Vorbesitzers gesehen um besser entscheiden zu können ob ich das Auto überhaupt kaufen will. Den SoH des Akkus konnte ich erfahren, das war schonmal hilfreich beim Kauf.


    Zum Einen würde ich also gerne wissen ob man der Datensammelei überhaupt widersprechen kann und wenn ja wo?

    Zum Anderen ob man die Daten von Autos in einem Zentralregister o.Ä. einsehen kann.


    Wenn das jemand weiß wo und wie wäre ich sehr dankbar darüber dies zu erfahren.

  • Wenn ich den Beitrag richtig verstehe, ist es rechtlich garnicht geklärt wem die Daten gehören. Wenn man jetzt mal davon ausgeht das die Hersteller berechtigt sind diese Daten zu erheben, und die Daten denen gehören (auch wenn du die "erfährst"), hast du kein Recht die einsehen oder deren erhebung zu widersprechen. Außerdem steht da ja auch, das gewisse Daten erfasst werden müssen (SOS-Systeme). Wenn du die Datenerfassung untersagen könntest, würden solche datenabhängigen Systeme nicht funktionieren....die sind aber seit einiger Zeit Pflicht.



    Im Umkehrschluss heißt das, dass wenn ich öfter mal scharf bremse oder sehr zügig beschleunige mein Versicherungsbeitrag höher ist als der von einem gemäßigten Fahrer

    !!! FÄNDE ICH SEHR FAIR !!! Ich würde jeder Abstimmung zu diesem Thema sofort zustimmen. Von mir aus können die alle Verbrauchsdaten erfassen, und jeder der beim Verbrauch (fahrzeugabhängig) über dem Durchschnitt liegt, zahlt ordentlich Steuern drauf.


    Ich denke das ist eine gewaltige Grauzone durch die sich Datenschützer und Rechtsanwälte noch jahrelang durchwühlen werden.


    Wir werden uns an den Gedanken gewöhnen müssen. Jeder, der irgendeinen Service anbietet, kann aufgrund deiner entstehenden Daten dein ganzes Leben nachstellen. Oder glaubst du wirklich, das dein

    Internetanbieter nicht weiß auf welchen Seiten du rumsurfst? Selbst aus deiner Heizkostenabrechnung könnte man nachvollziehen, in welchen Räumen du dich überwiegend aufhälst oder deine Bank könnte wissen welche Tankstelle du bevorzugst ;)


    Ein hoch auf die Digitalisierung

    2017er HEV Premium



    Hö, versteh ich nicht ?(

    Einmal editiert, zuletzt von MarcoH1973 ()

  • Ich denke da läuft wesentlich mehr.

    Nicht umsonst werden solche Tools wie Bluelink dem Nutzer schmackhaft gemacht.


    Theoretisch könnte man dem widersprechen, dass 'meine' Daten von dritten erhoben und verwendet werden.

    Das Problem wird außer der Garantie auch noch sein, dass das solche Datenkraken meist über mehrere Länder verteilt laufen & man zwar in Deutschland das Recht hätte, es aber in Timbuktu nicht eingefordert bekommt.


    Theoretisch lässt sich das bestimmt irgendwo im Auto deaktivieren. ;)

    Das ist einer der Gründe, warum wir den Ioniq5 nicht geleast haben. Wenn Zeit & Wissen vorhanden ist, kann man evtl. die eine oder andere unschöne Sache deaktivieren.


    Sonst steige ich, wenn ich nicht beobachtet werden will in meinen Vergaserpolo & lasse das Handy zu Hause ;)


    Grüße,


    Sebastian

  • Im Umkehrschluss heißt das, dass wenn ich öfter mal scharf bremse oder sehr zügig beschleunige mein Versicherungsbeitrag höher ist als der von einem gemäßigten Fahrer.

    In der Tat werden solche Daten von den Versicherungen in den "pay-as-you-drive"-Tarifen erhoben, übrigens mit Deiner Zustimmung, falls Du einen solchen Tarif hast.

    !!! FÄNDE ICH SEHR FAIR !!! Ich würde jeder Abstimmung zu diesem Thema sofort zustimmen. Von mir aus können die alle Verbrauchsdaten erfassen, und jeder der beim Verbrauch (fahrzeugabhängig) über dem Durchschnitt liegt, zahlt ordentlich Steuern drauf.

    Endlich weiß ich, warum kein Schwein mehr einen Beschleunigungsstreifen an der Autobahn so nutzt, wie es in der Fahrschule gelehrt wird. Stattdessen erwarten viele, dass auf der rechten Spur langsam gefahren wird, um die Einfädler reinzulassen. :cursing:

    IONIQ Elektro (BEV) Premium MJ19 (vFL), EZ 04/2019, intense blue

  • Der Beschleunigungsstreifen ist, wie der Name so sagt, zum Beschleunigen da. Warum viele nicht beschleunigen, hab ich selbst mehrmals erlebt. Bin auf dem besagten Streifen drauf, hab auch beschleunigt. Anscheinend haben aber viele einen angeknicksten Stolz, denn bevor ich einfädeln konnte, gab der nette Herr mit seinem Insignia OPC mal eben Gas (war eigenlich etwas schneller als er). Da auf diesem Teilstück der A2 eine Baustelle war (verkürzter B-Streifen), blieb mir nur eine Vollbremsung. Deshalb fahren viele inzwischen langsamer auf besagtem Streifen und suchen eine Möglichkeit einzufädeln. Kann mich ja täuschen, aber gefühlt wird das immer schlimmer.


    Ich bezog meinen Kommentar eher auf all die netten Leute, die nur zum Posen mal eben ordentlich beschleunigen oder deutlich zu schnell unterwegs sind. In unserer 30er-Zone wird das bei 2 jungen Männern aus der Nachbarschaft zur Tradition, und das egal zu welcher Tageszeit. Die Nachbarn sollen ja morgens um 4 Uhr auch was von deren modifizierten Abgasanlagen haben...


    Aber du hast recht, allerdings läßt auch niemand mehr den Einfädelnden einfädeln, so wie es in der Fahrschule beigebracht wurde

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    Hö, versteh ich nicht ?(

    Einmal editiert, zuletzt von MarcoH1973 ()

  • Mit unserem Wohnmobil darf ich regelmäßig eine Vollbremsung hinlegen, weil irgendwer wieder der Meinung ist mit 60km/h einfach so auf die Autobahn ziehen zu müssen.

    Ich denke den Menschen ist immer und immer wieder eingebläut worden, wie gefährlich das Autofahren ist, dann noch ein bisschen gestiegene Spritpreise & überall auf der Autobahn findet man nun wandelnde Verkehrshindernisse.


    Alternativ gibt es eine Menge Fahrer die beim Überholen nicht wissen was Gegenverkehr ist. Besonders erfreulich ist es, wenn man selbst der Gegenverkehr ist & weiß, dass man in dem Auto wo man fährt einen Frontalcrash nicht überleben würde....



    Grüße,


    Sebastian

  • Der Ansatz ganz am Ende des Artikels ist cool!


    Wenn alle Nutzer permanent anfragen, welche Daten über sie gespeichert sind, würde das Datensammeln für die Autohersteller recht teuer & ein Stück weit auch unlukrativ ;)